12. März 2026

Mobbing und Bossing am Arbeitsplatz. Wenn Arbeit zur psychosozialen Belastung wird.

Julia beginnt ihre neue Stelle mit großer Motivation. Ein großes Unternehmen. Eine interessante Aufgabe. Gute Kolleginnen und Kollegen. Nach kurzer Zeit bemerkt sie irritierende Situationen. Ihre Chefin gibt wichtige Informationen nicht weiter. Später sagt sie: „Das habe ich doch klar kommuniziert.“ Projektinformationen fehlen. Julia versucht die Aufgabe dennoch bestmöglich zu erfüllen. Wenn sie Ergebnisse präsentiert, hört sie:
„Das war nicht gemeint.“ Egal wie Julia handelt. Es ist falsch. Mit der Zeit wird sie in Besprechungen deshalb kritisiert. In der Geschäftsführung wird schlecht über sie gesprochen. Kolleginnen und Kollegen ziehen sich zurück oder umgehen sie. Die Situation dauert Monate.

Julia schläft kaum noch. Zu Hause drehen sich viele Gespräche nur noch um die Arbeit und die Belastung. Gleichzeitig fällt ihr eine Kündigung schwer. Sie hat lange auf diese Stelle gehofft und mag ihre Tätigkeit eigentlich.

Julia erlebt etwas, das viele Menschen kennen: Mobbing oder Bossing am Arbeitsplatz.

Wie häufig Mobbing vorkommt

Der Arbeiterkammer-Bericht 2023 zeigt:

Etwa 5,5 % der Beschäftigten erleben innerhalb eines Jahres Mobbing am Arbeitsplatz.

Wenn Mobbing von einer Führungskraft ausgeht, spricht man von Bossing. Studien aus Deutschland zeigen, dass etwa 3,5 % der Beschäftigten innerhalb von sechs Monaten Mobbing durch Vorgesetzte erleben.

Bossing ist eine spezielle Form von Mobbing. Durch das hierarchische Machtgefälle kann die Situation für Betroffene besonders belastend werden.

Typische Muster von Mobbing und Bossing

Mobbing entsteht selten durch einen einzelnen Konflikt. Es entwickelt sich meist über längere Zeit durch wiederkehrende Verhaltensweisen.

Häufige Muster sind:

Informationskontrolle

  • wichtige Informationen werden zurückgehalten
  • Projektentscheidungen werden nicht kommuniziert
  • Anforderungen werden nachträglich verändert

Abwertung der Leistung

  • Ergebnisse werden systematisch kritisiert
  • positive Leistungen werden ignoriert
  • Fehler werden überbetont

Soziale Isolation

  • Betroffene werden aus Besprechungen ausgeschlossen
  • Kolleginnen und Kollegen umgehen die Zusammenarbeit
  • Gespräche finden hinter dem Rücken statt

Rufschädigung

  • negative Aussagen über die betroffene Person werden verbreitet
  • Kompetenz wird öffentlich infrage gestellt
  • Vertrauen wird gezielt untergraben

Arbeitsbezogene Manipulation

  • Aufgaben werden entzogen oder übermäßig belastend gestaltet
  • widersprüchliche Anweisungen werden gegeben
  • unrealistische Erwartungen werden formuliert

Für Betroffene entsteht eine Situation, in der keine Reaktion richtig erscheint.

Gesundheitliche Folgen

Dauerhafte Belastung durch Mobbing oder Bossing wirkt direkt auf Psyche und Körper.

Typische psychische Folgen sind:

  • Angstzustände und dauerhafte Anspannung
  • depressive Verstimmungen oder Depressionen
  • massiver Selbstwertverlust
  • sozialer Rückzug und Demotivation

Auch körperliche Beschwerden treten häufig auf:

  • chronische Schlafstörungen
  • starke Erschöpfung
  • Herz-Kreislauf-Probleme
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Kopf- und Rückenschmerzen

Der Körper bleibt dauerhaft im Alarmzustand.

Studien zeigen außerdem, dass Betroffene fast doppelt so viele Krankenstandstage haben wie nicht gemobbte Beschäftigte.

Sie sind mit diesem Problem nicht alleine

Viele Betroffene versuchen lange, die Situation alleine zu lösen. Sie hoffen, dass sich das Verhalten der Führungskraft ändert oder dass bessere Leistung die Situation verbessert. In der Praxis verstärkt sich die Dynamik häufig. Gerade in solchen Situationen hilft es, mit jemandem außerhalb der Organisation zu sprechen. Ein neutraler Gesprächsrahmen hilft, die Situation klarer zu analysieren und Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln.

Hilfe bei Mobbing und Bossing: Praxis PD Dr. med. Christian Fazekas in Graz

Wir bieten auch Unterstützung für Menschen, die von Mobbing oder Bossing betroffen sind.

Ziel ist es,

  • die Situation gemeinsam zu analysieren
  • Handlungsmöglichkeiten zu entwickeln
  • Gesprächsstrategien vorzubereiten
  • Praxistipps auszutauschen
  • sozialen Rückhalt für notwendige Schritte zu schaffen

Das Angebot umfasst:

Einzelcoaching oder Psychotherapie

Vertrauliche Einzelgespräche zur Klärung der persönlichen Situation und möglicher nächster Schritte.

Gruppen-Coaching

Viele Betroffene empfinden es als entlastend, mit anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu sprechen. In moderierten Gruppen können Erfahrungen, Strategien und hilfreiche Perspektiven ausgetauscht werden. Der Austausch schafft Orientierung, stärkt den eigenen Handlungsspielraum und zeigt: Sie sind mit diesem Problem nicht alleine.

Kontakt Praxis in Graz | St. Peter

Wenn Sie sich in dieser Beschreibung wiederfinden oder Unterstützung suchen, können Sie sich gerne vertraulich zu einen unverbindlichen Orientierungsgespräch bei uns melden. Einfach bei uns melden!

Wir informieren Sie über Einzeltermine sowie geplante Gruppen-Coachings in Präsenz.

Kontakt:
www.fazekasundfazekas.at

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